Amerika zahlte Steuern an die Osmanen

Viele wird es wundern, aber Amerika zahlte bis zum Jahre 1812 Steuern an das Osmanische Reich!

Was war jedoch der Auslöser für diese verblüffende Wahrheit?

Als 1795 Algerien der osmanischen Herrschaft unterliegte, wollten seine ehrenvolle Marinesoldaten (die Enkel von Barbaros Hayreddin Paşa) in der Nähe des spanischen Hafens Cadiz das amerikanische Handelsschiff „Maria“, vermutlich zu Sicherheitszwecken, untersuchen. Nachdem sich der Kapitän des Schiffs weigerte, wurde das Schiff samt Inhalt durch die Osmanen beschlagnahmt. Die amerikanische Schiffsbesatzung wurde als Kriegsgefangene festgenommen (20 Juli 1795).

Dieses Ereignis traf in Amerika auf sehr große Resonanz. Bevor sich die Sache gelegt hatte, teilten sich mit „Douphin“ elf weitere amerikanische Handelsschiffe das gleiche Schicksal.

Das Thema wurde tagelang im amerikanischen Parlament diskutiert. Sie einigten sich auf eine Gründung einer Kriegsflotte von der Stärke, die die komplette algerische Flotte zerstören kann. Zu diesem Zweck wurden dem Präsidenten George Washington 688.000 Goldtaler zur Verfügung gestellt.

Die Flotte bildete sich in kürzester Zeit und wurde ausgesandt. Sie griffen die algerische Flotte mehrmals an, unterlagen ihnen jedoch, da die Algerier in der Seekrigesführung sehr erfahren waren. Schließlich gab Amerika als die schwächere Seite nach und waren gezwungen mit Algerien einen Friedensvertrag zu unterzeichnen.

Dies ist bis heute der einzige Vertrag, dem die Amerikaner zustimmten, in einer Sprache außer das Englische verfasst zu werden.

Diesem Vertrag nach, schützt die algerische Flotte unter osmanischer Herrschaft die amerikanischen Handelsschiffe  vor Piraten und im Gegenzug zahlt die amerikanische Regierung, durch die algerische Landesverwaltung, jährlich 640.000 $ und 12.000 osmanische Goldtaler (ca. 216.000 $ zu der Zeit) als Steuern an das Osmanische Reich.

Der Vertrag mit 12 Klauseln wurde durch den amerikanischen Präsident George Washington und dem algerischen Landesverwalter des Osmanischen Reiches Hasan Dayı unterzeichnet.

Amerika hielt sich jahrelang an diesen Vertrag und zahlte die Steuern pünktlich und regelmäßig an die Osmanen. Als die Osmanen nach 1812 nach und nach schwächer wurden, profitierten die Amerikaner von dieser Gelegenheit und stellten ab diesem Jahr die Zahlungen ein.

Hier endet auch die Geschichte…Und diese wahre Begebenheit wird heutzutage oft als komisch empfunden. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass Amerika zu der Zeit, als sie den Vertrag unterzeichneten ein kleines Land mit 5 Millionen Einwohnern war und das osmanische Reich ein Riesenstaat mit sehr starken Wurzeln. Eine Supermacht zu gegebener Zeit also.
Wenn sich die Zeit und die Gegebenheiten gewendet haben, dann sollten wir darin als Grund unsere eigenen Fehler suchen….

Sogar Obama zitiert diesen Vertrag in seiner historischen Rede in Kairo mit folgenden Worten:

„I know, too, that Islam has always been a part of America’s story. The first nation to recognize my country was Morocco. In signing the Treaty of Tripoli in 1796, our second President John Adams wrote, “The United States has in itself no character of enmity against the laws, religion or tranquility of Muslims.”

Originalauszug des Vertrages

1. Fasıl: İbtida ki faslın kavi u kararı oldur ki işbu 1210 senesinde hala Merikan Ceziresi Eyaletlerine mutasarrıf dostumuz Corco Vaşinto (George Washington) her biri zebtinam Merika Hakimi ile ocağımız Mahruse-i Cezair-i Garbta Sahib-i Devlet olan Saadetlü Hasan Paşa (Cezayir Dayısı Hasan Paşa) -yesserellahü ma yezid vema yeşa- Hazretlerinin rey ve Asker-i Mansure Ağası ve Kul Kethüdası ve sair Erbab-ı Divan ve cümle Asakir-i Mansure ve Canibinin reayaları ittifakıyla bu sulh ve selahımız ve metin ve muhkem olub sabit olmuştur. Ba’del yevm sulhümüze muhalif ve mugayir ve fasid idicek bir söz kalmamış. Vesselam (Bu anlaşmanın her maddesi selam ile bitmektedir ki bunun anlamı barıştır) Tahriren Fi 21 Safer, Sene 1210.

2. Fasıl: İkinci faslın kavi u kararı oldur ki Merikan Hakimi dostumuzun gemileri gerek büyük ve gerek küçük ve kezalik anların hükmünde olan reayasının gemileri Mahruse-i Cezayir iskelesi veyahut taht hükmünde olan iskelelere varurlar ise adet-i kadim üzere rızklarından ötürü sattıklarında sair İngiliz ve Felemenk sevid bazerkanlarının vire geldüği ve anlara akdolunan gümriği 100 guruşta beş guruş gümrük alına. Ziyade taleb olunmaya. Ve bir dahi budur ki satılmayan rızkların yine gemiye koyup götürmek murad ettiklerinde bir kimesne anlardan bir şey talep itmeye. Ve mezkur iskelelerde bir kimesne anları incidüb alıkomayalar. Vesselam. Tahriren fi 21 Safer 1210.

3. Fasıl: Üçüncü faslın kavi u kararı oldur ki Merikan Hakimi dostumuzun gerek korsan ve gerek bazargan ve gerek Cezayir’in korsan ve bazargan gemileri ruy-i deryada birbirlerine rastgelüb buluştuklarında aramaktan ve birbirlerin incitmekten beri olup rivayet ve hürmet ile birbirlerinden yollarına gitmeden bir kimesneye mani olmaya. Ve biri dahi budur ki içlerinde herkangı cins olursa olsun yolcu oldukta rızkları ve malları ve eşyalarıyla her ne canibe giderler ise birbirin incidüb bir şeylerin almaya ve bir yere götürmeyeler ve eğtendürmeyeler ve hiçbir vecihle birbirlerine zarar u ziyan itmeyeler. Vesselam. Tahriren fi 21 Safer 1210.

Die original englische Übersetzung des Vertrages  findet ihr HIER…


Dieses Artikel ist ein übersetzer Auszug aus dem Buch
„Biz Osmanlıyız“von Yavuz Bahadıroğlu

Übersetzer: Bilal Erkin
ISBN: 9752691455
Bearbeitet von: Ömer Faruk Paksu
Verlag: Nesil Yayınları
Veröffentlichungsort: İstanbul, Feb. 2006
Seiten: 224

Bilal Erkin, M.A. 57 posts

Bilal Erkin ist studierter Islamwissenschaftler und Informationsverarbeiter. Derzeit ist er Doktorand am Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück und Referent beim Avicenna-Studienwerk.

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