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In Rhodos bleiben die Moscheen geschlossen

Die griechische Insel Rhodos, die derzeit in den Medien im Zusammenhang mit Flüchtlingen genannt wird, blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Sie befindet sich in der Ägais und ist unweit von der türkischen Küste entfernt.

1522 wurde die Insel von Sultan Süleyman I. (dem Prächtigen) erobert und blieb fast 400 Jahre unter osmanischer Verwaltung. Nach der Eroberung wurden in kürzester Zeit mehrere Bauten errichtet, um sie in den Dienst der dortigen Bewohner zu stellen. So existieren in Rhodos vierzehn Moscheen, mehrere Stiftungsbauten und Lehreinrichtungen (madrasa) sowie türkische Bäder (hamam), Uhrentürme und Bibliotheken aus der osmanischen Zeit.

Leider sind viele dieser Bauten für Besucher geschlossen oder ihrem Schicksal überlassen. Die wenigen, die man besuchen kann, haben sehr eingeschänkte Öffnungszeiten. So auch die Ibrahim Paşa Moschee, der vom Großwesir Ibrahim Pascha aus Parga im Jahre 1530 gebaut wurde. Hier kann die dort ansässige muslimische Minderheit (davon ca. 3.000 Türken) täglich nur zum Mittagsgebet und zu besonderen religiösen Festtagen ihre Gebete verrichten. Die größte Moschee der Insel, die Süleymâniye Moschee, wird lediglich an religiösen Festtagen in den Dienst der Muslime gestellt. Seit Jahren werden fast alle übrigen der vierzehn Moscheen geschlossen gehalten mit der Begründung, dass sie restauriert werden sollen.

Inschrift der Borazânî Baba Moschee, Rhodos

Boruzen Baba ibâdetgehi olmuşdı harâb | yeniden yapdı anı hazret-i Ahmed Paşa
sarf-ı nakd-ı himem ile bu harâb-âbâdın | etdi i’mârına ikdâm o müşîr-i dânâ
hayra sarf eyledi nakd-ı himemin ol Âsaf | kıldı bu ma’bed i vâlây-ı müceddeden ihyâ
bunda tevhîd çekildikce kılındıkca namâz | sâhib-i hayra Hüda ide sevâbın i’tâ
tâmm-ı târihini Feyzî dedi itmâmında | oldu ta’mîr ile bu mescid-i râ’nâ bâlâ

Die Boruzen Baba Moschee war ruiniert,
der beherzte Ahmed Paşa hat sie repariert.
Mit großen Mühen und hohen Ausgaben wurde dieser ruinierte Bau
durch den engagierten und gebildeten Staatsmann repariert.
Für einen guten Zweck gab jener Großzügiger sein Geld aus
und verschönerte diesen ruinierten Bau.
Solange Gott gedacht und Gebete verrichtet werden,
möge der Lohn dem Wohltätigen von Gott entrichtet werden.
Durch Feyzî sei das Datum der Vollendung bekannt,
durch die Reparatur wird die Moschee durch seine Größe und Schönheit bekannt!

1287 n.H. / 1871 n.Chr.

Anita / flickr.com

Ibrahim Pascha Moschee, Rhodos | Foto: Anita / flickr.com

Bilal Erkin, M.A. 57 posts

Bilal Erkin ist studierter Islamwissenschaftler und Informationsverarbeiter. Derzeit ist er Doktorand am Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück und Referent beim Avicenna-Studienwerk.

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