Die 10 kölschen Gebote – muslimisch gedeutet


Artikel 1 - Qadar

Et es wie et es. („Es ist, wie es ist.“)
Wir können nichts ändern. Gott hat die Welt so erschaffen.

Artikel 2 - Qaḍā

Et kütt wie et kütt. („Es kommt, wie es kommt.“)

Füge dich in das Unabwendbare; du kannst ohnehin nichts am Lauf der Dinge ändern.

Artikel 3 - Inšā Allāh

Et hätt noch emmer joot jejange. („Es ist bisher noch immer gut gegangen.“)

 Was gestern gut gegangen ist, wird auch morgen funktionieren.

Artikel 4 - Raǧā (Hoffnung) / šukr (Dank)

Wat fott es, es fott. („Was fort ist, ist fort.“)
Jammer den Dingen nicht nach.

Artikel 5 – Iǧtihād

Et bliev nix wie et wor. („Es bleibt nichts wie es war.“)

Sei offen für Neuerungen.

Artikel 6 - Bidʿa

Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet. („Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, fort damit.“)

Sei kritisch, wenn Neuerungen Überhand nehmen.

Artikel 7 - Qaḍā/Qadar

Wat wells de maache? („Was willst du machen?“)

Füg dich in dein Schicksal.

Artikel 8 - Nāfila

Maach et joot, ävver nit zo off.  („Mach es gut, aber nicht zu oft.“)

Qualität über Quantität.

Artikel 9 - Fuḍūlī / ġayr ḍarūrī (unnötig)

Wat soll dä Kwatsch? („Was soll das sinnlose Gerede?“)
Stell immer die Universalfrage.

Artikel 10 – šarr und ḫayr

Et hätt noch schlimmer kumme künne.

(„Es hätte noch schlimmer kommen können.“)

jivedanson (C) flickr.com
Foto: jivedanson (C) flickr.com

Bilal Erkin, M.A. 52 Artikel

Bilal Erkin ist studierter Islamwissenschaftler und Informationsverarbeiter. Derzeit ist er Doktorand am Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück und Referent beim Avicenna-Studienwerk.

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