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Lass das Wort „Trennung“ nicht hören..

Wenn sie am Tage des Todes tief in die Erde mich senken,

Dass dann mein Herz noch auf Erden weile, darfst Du nicht denken!

Siehst meine Bahre du ziehen, lass das Wort „Trennung“ nicht hören.

Weil mir dann das ewig ersehnte  Treffen und Finden gehören!

Klage nicht „Abschied, ach Abschied!“, wenn man ins Grab mich geleitet.

Ist mir doch selige Ankunft hinter dem Vorhang bereitet!

Du hast das Sinken gesehen,  sieh auch das Auferstehen!

Schadet es denn, wenn die Sonne, Sterne und Mond untergehen?

Scheinen sie Dir auch zu sinken, ist es doch wahrhaft ein Aufgang;

Scheint Dir ein Kerker das Grab auch, ist’s doch für die Seele ein Ausgang.

Fiel je ein Korn in die Erde, das sich nicht köstlich entfaltet?

Glaubst Du denn, dass der Mensch als Korn sich anders gestaltet?

Jeglichen Eimer, der sinket, hebst Du gefüllt aus der Quelle:

Sieh, auch dem Joseph der Seele strahlt in der Grube die Helle!

Schließe den Mund jetzt im Diesseits, öffne im Jenseits ihn wieder,

Dass in der Welt, da kein Ort ist, ewig ertönen die Lieder!

Mevlânâ Celâleddîn-i Rûmî

Möge Gott den Gestorbenen das Paradies schenken und den Hinterbliebenen die Geduld, die einst Ayyûb/Hiob (a.s.) besaß.

Bilal Erkin, M.A. 57 posts

Bilal Erkin ist studierter Islamwissenschaftler und Informationsverarbeiter. Derzeit ist er Doktorand am Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück und Referent beim Avicenna-Studienwerk.

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