Tevessül (tawassul) des Kalifen Hz. Ömer (r.a.)

Während ich ein Referat im Rahmen meines Studiums in Islamwissenschaften erarbeitete und dafür in al-Gazâlî’s „Ihyâ‘ ‚ulûm ad-dîn“ las, fand eine Stelle im Text mein besonderes Interesse. Das jeweilige Kapitel handelt die Themen „Zikir (Gottesgedenken) und Du’â (Bittgebet)“ ab und lässt am Ende Platz für verschiedene Überlieferungen.

Eine der Überlieferungen füge ich zuerst auf Arabisch direkt von der Quelle ein, um dann meine eigene Übersetzung auf Deutsch zu schreiben.

Am Ende ist es euch überlassen, wie ihr über diejenigen Personen oder Gemeinschaften denkt, die tawassul (das Konzept des Mittlers) als şirkü’l ekber (großen Polytheismus) betrachten.

Das Original auf arabisch:

ويروى أن عمر بن الخطاب رضي الله عنه استسقى بالعباس رضي الله عنه فلما فرغ عمر من دعائه قال العباس اللهم إنه لم ينزل بلاء من السماء إلا بذنب ولم يكشف إلا بتوبة وقد توجه بي القوم إليك لمكاني من نبيك صلى الله عليه وسلم وهذه أيدينا إليك بالذنوب ونواصينا بالتوبة وأنتالراعي لا تهمل الضالة ولا تدع الكبير بدار مضيعة فقد ضرع الصغير ورق الكبير وارتفعت الأصوات بالشكوى وأنت تعلم السر وأخفى اللهم فأغثهم بغياثك قبل أن يقنطوا فيهلكوا فإنه لا ييأس من روح الله إلا القوم الكافرون قال فما تم كلامه حتى ارتفعت السماء مثل الجبال

Meine Übersetzung:

Es wurde überliefert: Hz. Ömer bin Hattâb (r.a.) ging eines Tages mit einer Gemeinschaft (cemâat), in dem auch der Onkel Hz. Abbas des Propheten (s.a.v.) dabei war, zum Regengebet (istisqâ‘). Nachdem Hz. Ömer (r.a.) mit: „Mein Herr! Wir flehen dich mit deinem Liebling und seinem Onkel als Mittler an. Sende uns deine Barmherzigkeit (gem.Regen) durch ihretwegen hinab.“ seine du’â beendete, hob Hz. Abbâs seine Hände und betete: „Mein Herr! Alles Schlimme vom Himmel kommt durch die Sünden und das Schlimme kann nur die aufrichtige Reue (tevbe) aufheben. Da ich der Onkel deines Lieblings bin, bittet dich das Volk durch mich als Mittler um Hilfe. Nun haben wir unsere sündigen Hände emporgehoben und unsere Nacken mit aufrichtiger Reue gebeugt. Du bist ein Schützer, der das Verlorengegangene nicht verlässt und den Geschädigten nicht meidet. Jetzt sind die Jüngeren verloren und die Älteren geschädigt. Deshalb sind die Stimmen der Beschwerden laut geworden. Du kennst das Freie, sowie das Verborgene. Mein Herr, eile zu ihrer Not, bevor die Hoffnungen deiner Diener verloren sind und sie zu Grunde gehen, obwohl nur Ungläubige die Hoffnung zu Dir aufgeben. Lass deine Barmherzigkeiten (gem. Regen) erreichen.“. Bevor er sein Bittgebet beenden konnte, zogen Wolken ähnlich der Berge im Himmel auf und es fing an zu regnen.

Bilal Erkin, M.A. 57 posts

Bilal Erkin ist studierter Islamwissenschaftler und Informationsverarbeiter. Derzeit ist er Doktorand am Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück und Referent beim Avicenna-Studienwerk.

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